Alexander Pfeiffer – So wie durchs Feuer hindurch (Wiesbadener
Krimidrama)
Societäts-Verlag, Frankfurt 2006
ISBN 3-7973-0997-X , 14,80
Euro
Vorhölle Wiesbaden: Art Pfeilschifter hat fürs Erste seine
Lebensziele erreicht. Als Chauffeur eines zwielichtigen Verlegers trägt er einen
teuren Anzug und fährt ein Nobelauto, für die sonstigen Ausgaben reicht das Geld
aus seinen florierenden Drogendeals. Doch als er sich auch noch mit der Frau vom
Chef einlässt, fangen einige Probleme an: Der Chef verschwindet im Nichts, seine
Frau wird tot aufgefunden und hinter Art sind abwechselnd Polizisten und Männer
in einem schwarzen Mercedes her.
Mord, undurchsichtige Geschäfte, Drogen
- der neue Wiesbaden-Krimi von Alexander Pfeiffer zeigt die abgründigen Seiten
der glänzenden Kurstadt. Um an das schnelle Geld zu kommen, ist alles erlaubt.
Das muß auch Art Pfeilschifter erfahren, der eigentlich nur einen coolen Job
machen will. Doch plötzlich steckt er mitten in einem Verbrechen, von dem er nur
eines weiß: Er selbst ist der Hauptverdächtige - und nicht nur die Polizei ist
hinter ihm her. Also spielt er das Spiel mit, auch wenn er die Regeln nicht
kennt. Und wenn er dafür durchs Feuer muß.
Alexander Pfeiffers Krimidrama
ist ruppig, immer nah am Geschehen und voller Überraschungen. Er schickt seinen
Helden mitten in Wiesbaden durch einen Alptraum, der ihm den Boden unter den
Füßen wegzieht. Es ist ein Buch mit Rhythmus und so schnell wie Art
Pfeilschifters Auto.
"Sehr 'süffig' liest sich der neue Krimi von Alexander Pfeiffer... Und
wie schon in früheren Büchern traut sich Pfeiffer in ein Milieu zwischen jenem
von Jörg Fauser und Philip Marlowe... Und auch wenn das Buch in Wiesbaden spielt
und im Zuge der Welle von Lokalkrimis als ein solcher durchgehen dürfte: es
rockt auch überregional."
(OX-Fanzine)
"Die Schilderungen
von neun Tagen im Leben des koksdealenden und konsumierenden ehemaligen
Taxifahrers führen den Leser in die Wiesbadener Unterwelt. Was so viel
versprechend und scheinbar in ruhigen Bahnen verlaufend beginnt, nimmt von Seite
zu Seite Fahrt auf, erhöht den Pulsschlag von Kapiel zu Kapitel und reißt
Pfeilschifter, genauso wie den Leser, in eine Geschichte voller Überraschungen,
Mord, Verfolgungen und Fehleinschätzungen."
(Wiesbadener
Kurier)
"Mit viel Lokalkolorit hat Pfeiffer einen spannenden
Krimi verfasst, der in seiner ruppigen Authentizität und Unverblümtheit an
hardboiled-Literatur und die Filme der Schwarzen Serie erinnert. Die Story, in
Präsens und lockerem Plauderton erzählt, nimmt den Leser ab der ersten Seite mit
und erhöht beständig das Tempo. Schließlich gerät dem Protagonisten die
Kontrolle über das Geschehen aus der Hand, Drogenkonsum und überraschende
Wendungen machen ihn zum Zuschauer seines eigenen Schicksals - bis zum
unausweichlichen Showdown..."
(wiesbadeneins.de)
"Von Raymond Chandler und Cornell Woolrich leiht sich Pfeiffer die
Düsternis des Geschehens, die Lakonie der Beziehungen zu Frauen und die
Nichtgeltung konventioneller Moral, von der bestenfalls ein Festhalten an Resten
persönlichen Anstands bleibt. Von einem wie William S. Burroughs und dem
Klassiker 'Naked Lunch' schaut er sich die Verzerrung der Realität im Blick des
Drogensüchtigen ab, die Reise ins Zwischenreich aus Drogen, Sex und Mord und den
Abstieg zum inneren Schweinehund."
(Frankfurter Neue
Presse)
"Und für das Gesamterlebnis hat der Autor dem Buch auch
noch Soundtrackempfehlungen beigefügt - zu jedem Kapitel das passende Stück,
etwa von Art Blakey, Sonny Rollins, Miles Davis oder Thelonious Monk. Könnte man
mal ausprobieren, wie der Roman dann 'kommt'. Er kommt aber auch ohne Sound
schon ziemlich gut."
(LZ am Sonntag)
„Ein verdammt spannendes Buch, das von Pfeiffer gewohnt gut
geschrieben ist und durch fachkundige Anmerkungen über Be Bop-Jazz
zusammengehalten wird.“
(The Punchliner, Meine)
„Der Umschlag des Buches verrät es schon: Bei Alexander Pfeiffer zählt die
Geschwindigkeit. Nicht nur, dass der Protagonist in ‚So wie durchs Feuer
hindurch’ gern in schnellen Sportwagen sitzt. Pfeiffer legt auch beim Erzählen
Tempo zu …“
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Leseprobe:
Prolog
Samstag, 20. September 2003
Kennen Sie das? Dieses Gefühl von "Das bin ich nicht", wenn Sie sich Fotos
von sich selbst anschauen? Wenn jemand jetzt gerade ein Polaroid von mir machte,
hier, an diesem gläsernen Tresen der Bahnhofsbäckerei, in dem sich das fahle
Licht des beginnenden Tages bricht, auf einen Kaffee wartend, dessen Duft schon
von Weitem meine Magenwände vibrieren läßt, mit dem Kleinanzeigenteil der
Wochenendausgabe des Wiesbadener Kuriers vor mir und einer Nacht im
Obdachlosenheim in den Knochen, nicht weit von hier in der Schwarzenbergstraße,
der "Villa Hammerschmidt", wie das Etablissement unter den Taxifahrern der Stadt
heißt, ich würde abstreiten, den Kerl auf dem Bild überhaupt zu kennen. Dabei
ist es bloß ein paar Tage her, daß ich unter einer der ersten Adressen der Stadt
nächtigen durfte, daß ich überhaupt das ganz große Los gezogen hatte. Gezogen zu
haben schien, jedenfalls.
Aktuell durchsuche ich die Zeitungsseiten vor mir
nach einer neuen Wohnung und einem neuen Job - einem neuen Leben, wenn man es
genau nimmt. Aber das ist noch nicht mal das Wichtigste, das Dringlichste jetzt
gerade. Denn der schwärzeste Punkt im Leben, das sind nicht die Probleme, die
man selbst eingebrockt bekommt, sondern die Probleme, die man anderen
eingebrockt hat.
Das klingt nach Philosophie in kleiner Münze, ich weiß. Aber
glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche. Die zurückliegenden Tage hielten
einiges an Problemen bereit - für mich und für ein paar andere Leute, die ich
das Pech hatte kennenzulernen oder die das Pech hatten mich kennenzulernen.
Einer davon wurde kürzlich beerdigt. Andere, wie ich selbst, sind noch immer
dabei, ihre Angelegenheiten zu ordnen. So wie es aussieht, wird das für uns alle
noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen.
Mein Kaffee kommt in einem weißen
Plastikbecher vor mir auf dem gläsernen Tresen zu stehen, schwarz und nach
Straßenteer stinkend. Meine Augen verlieren sich in der Brühe wie in einem
schwarzen Loch. Wissen Sie, wie das ist mit schwarzen Löchern? Man wird in sie
hineingesaugt, aufgesogen vom Nichts, zerlegt in seine Atome und Moleküle, neu
zusammengesetzt und wieder ausgespieen. Etwas ganz ähnliches habe ich erlebt in
diesen zurückliegenden Tagen.
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