Alexander Pfeiffer – Aufzeichnungen aus der Zwischenwelt
(Gedichte)
Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2002
ISBN 3-932497-82-1, 11,50
Euro
Alexander Pfeiffer berichtet in seinem neuen Gedichtband von den
Absonderlichkeiten, zu denen sich Menschen hinreißen lassen, „wenn das
Tageslicht künstlicher Beleuchtung weicht und es nichts mehr zu tun gibt, als
den Gedanken die Leine zu lassen." Aufzeichnungen aus der Zwischenwelt „stellt
das lyrische Tagebuch eines einjährigen Aufenthalts in einer seltsam irrealen
Zone zwischen der Welt eines Dichters und der eines Taxifahrers dar" – knappe
„Sprachpolaroids", die eine manchmal triste und oftmals absurde, von skurrilen
Gestalten bevölkerte Nachtwelt illustrieren. Eine Welt vielleicht nicht ganz
unähnlich derjenigen, die uns William Carlos Williams, Richard Brautigan,
Raymond Carver, John Coltrane, Miles Davis oder Martin Scorsese gezeigt haben.
„Trotz der betonten Subjektivität findet er zu Bildern und Formulierungen, in
denen sich die Erfahrungen allgemeingültig verdichten. Die Alltagssprache wird
nicht einfach reproduziert, sondern oft zum Träger weitergehender
Assoziationen."
(Wiesbadener Kurier)
„Er spricht die Sprache seiner Protagonisten, direkt und schnörkellos,
er betrachtet sie distanziert und sezierend, ohne dabei seine Sympathie für sie
verbergen zu können... Seine Helden fänden wohl in keiner TV-Werbung Platz, die
Einsichten in ihren Alltag dürften dadurch für viele um so interessanter
sein."
(Hessischer Rundfunk)
Leseprobe:
Kollegengespräche
Buchmesse –
die Zeit
der nächtlichen Kollegengespräche:
Ein
Busfahrer
aus Österreich
steigt zu mir
ins Taxi.
„Via Toag
Buchmesse",
stöhnt er,
„dös schlaucht
gonz schee."
„Und
wie",
pflichte ich bei,
„allein schon die
vielen Kollegengespräche.
Und dann
die miese Luft
in den endlosen
Messehallen."
„Ah geh,"
grunzt er,
„do geh I
do net nei.
I fohr nur
die
damischen
östreichischen Dichta
umananda.
Und weißt, Kollege,"
schnauft er,
„dös san ois
vakappte Schwuchteln."
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