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Alexander Pfeiffer – Stacheldrahtherz (Gedichte)
Elluwahnaa Verlag, Wiesbaden 1996 (mit Fotos von Patricia Link)
ISBN 3-930820-01-3, 5,- Euro

Meine erste Einzelveröffentlichung als Autor, geht in der Nachbetrachtung klar als „Frühwerk" durch (andere würden es vielleicht „Jugendsünde" nennen). Die hier gesammelten Gedichte entstanden zwischen 1993 und 1996. Einige von ihnen kommen daher wie RocknRoll-Songs: laut, wütend und infantil. Andere geben sich eher lakonisch. Allesamt sind sie Momentaufnahmen der Lebenswut, die immer wieder an die Grenzen des Daseins prallt. In Stil und Tonfall mögen sie eher an amerikanische Vorbilder gemahnen, doch die Wut, die hier brodelt, ist geprägt vom Asphalteinerlei der Bundesrepublik Deutschland.

Leseprobe:


FEUERWALZE

Und Tränen sind das einzige
was mich jetzt noch reinigen kann
nachdem doch längst alles Leben
in mir abgestorben ist
und ich verzweifelt nach einem Funken suche
der mich entzünden könnte
und einer Feuerwalze
die die Asche aller vergangenen Niederlagen
hinwegfegt
und die Wunden bloßlegt
und das verletzliche Fleisch
weil nur das Leben verschaffen kann
und alles andere nichts wert ist
und obwohl mich die Musik berührt
sticht sie nicht tief genug
und meine Zähne beißen nicht tief genug
ins Zahnfleisch
und meine Augenlieder
reißen nicht weit genug auf
um genug Licht nach innen zu lassen
um Feuer zu entfachen
und alles auszubrennen
und die Asche wegzuwirbeln
und das Fleisch zu reizen
und Wunden zu reißen
aus denen Blut sprudelt
und Leben quillt
weil es nie genug ist
und immer zu wenig
und weil das genau das ist
was im allgemeinen Leben genannt wird


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Stacheldrahtherz

Letzte Aktualisierung am 31.10.2011